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Heute ist der Begriff “intermittierendes Fasten” in aller Munde, was bedeutet 16, 18 oder sogar 20 Stunden pro Tag nichts zu essen.

Dieser Artikel wird nicht diese Art des Fastens behandeln, sondern mehrtägiges Fasten, obwohl wir bei beiden Arten des Fastens unserem Körper eine wichtige Erholung gönnen, insbesondere unserem Verdauungssystem.

Die Definition des Fastens laut der Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) ist der freiwillige Verzicht auf feste Lebensmittel für eine bestimmte Zeit. Das Wort freiwillig ist wichtig, es unterscheidet das Fasten vm Hungern, was aufgrund äußerer Umstände auftreten kann. Fasten beruht auf unserer eigenen Entscheidung.

Das erste Mal, dass ich mich mit dem Fasten auseinander gesetzt habe, war vor 16 Jahren auf dem Jakobsweg. Eine Gruppe von Pilgern waren eine Woche lang unterwegs, ohne etwas zu essen. Sie tranken täglich nur viel Wasser und ein Glas Saft. Zu dieser Zeit war mir das Thema Fasten überhaupt nicht bekannt und ich dachte: “Sie gehören sicherlich zu irgendeiner Sekte.”

Ein paar Jahre später hörte ich von Fasten und Fastenwandern in Deutschland. Ich war neugierig und beschloss, es auszuprobieren. Ich dachte, wenn man darüber urteilen will, muss man es erstmal selbst ausprobieren. Ausserdem bin ich immer offen für neue Erfahrungen.

Ich dachte, das wäre sehr schwierig, 7 Tage, ohne etwas zu essen auszuhalten. Aber dem war nicht so.

In den ersten zwei Tagen, wenn der Körper die Änderung des Programms (von äusserer auf innere Ernährung) vornimmt, kann dies etwas unangenehm sein, aber ab dem dritten Tag fühlen sich die Menschen normalerweise großartig und voller Energie. Am meisten erstaunte mich, dass ich in diesen Tagen keinen Hunger hatte. Fasten für mehrere Tage ist viel einfacher als eine Diät. Es klingt paradox, aber so ist es.

In der Diät führen wir unserem Körper weniger Nährstoffe zu, als er braucht und er leidet. Während des Fastens schaltet der Körper (und mit mehr Erfahrung im Fasten auch der Geist)  auf die innere Ernährung um. Er weiß, dass ihm keine Nahrungsmittel zur Verfügung stehen und beginnt, seine Energie aus den inneren Ressourcen zu beziehen.

Diese Umschaltung erfolgt normalerweise am zweiten Fastentag.

Es ist genau das, was Tiere in der Wintersaison erleben, wenn sie keine Nahrung haben, oder was unsere Vorfahren taten, als sie keine vollen Kühlschränke hatten.

Unser Körper ist genetisch so ausgelegt, dass er den Mangel an Nahrung eher auffängt als die Überernährung. Und wenn wir darüber nachdenken, ist dies logisch. Volle Supermärkte gibt es erst seit kurzem, wenn wir die gesamte Geschichte der Menschheit betrachten. Mit den Zyklen der Natur und der Verfügbarkeit von Lebensmitteln ohne Supermärkte hat es immer wieder Zeiten gegeben, in denen wir keine Lebensmittel hatten.

In den nächsten Veröffentlichungen unserer Blogeinträge werde ich diesen Prozess und die Vorteile, die das Fasten für die Gesundheit von Körper, Geist und Seele bringen kann, näher erläutern.

(Photos by Teddy Kelley and Joanna Kosinska on Unsplash)


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